Auszeichnung für Pionierarbeit auf atomarer Skala: Dr. Anna Rosławska erhält den Gaede-Preis der DPG
Die Leiterin der Emmy-Noether-Gruppe „Atomic Scale Optics“ wird für ihre bahnbrechenden Beiträge zur Licht-Materie-Wechselwirkung geehrt
Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) verleiht den Gaede-Preis 2026 an Dr. Anna Rosławska vom Max-Planck-Institut für Festkörperforschung (MPI-FKF) in Stuttgart. Die renommierte Auszeichnung würdigt ihre „bahnbrechenden Arbeiten zur Licht-Materie-Wechselwirkung auf atomarer Skala, insbesondere zur Lumineszenz von Einzelmolekülen“. Die Preisverleihung findet im März 2026 während der DPG-Frühjahrstagung in Dresden statt.
Anna Rosławska erforscht grundlegende Prozesse, die bestimmen, wie Licht und Materie im allerkleinsten Maßstab miteinander wechselwirken – Prozesse, die unter anderem für Photosynthese, organische Optoelektronik und photochemische Reaktionen relevant sind. Ihre Arbeitsgruppe nutzt eine einzigartige Kombination aus Rastertunnelmikroskopie (STM) und optischer Spektroskopie, ergänzt durch Lichtdetektion mit hoher Zeitauflösung. Mit dieser Methode gelingt es ihr, Beobachtungen zu machen, die bislang als unmöglich galten.
Zu ihren zentralen wissenschaftlichen Errungenschaften zählen: Lumineszenz von Einzelmolekülen mit atomarer Auflösung, photochemische Reaktionen mit Sub-Nanometer-Präzision,
die Dynamik einzelner Ladungsträger, eine fundamentale Größe für ultraschnelle Prozesse in der Optoelektronik.
Diese Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven für das Verständnis natürlicher Energieumwandlungsprozesse und für die Entwicklung neuartiger nano- und optoelektronischer Technologien.
Anna Rosławska studierte Physik und Nanotechnologie in Gdańsk, war früh am MPI-FKF tätig, promovierte 2019 an der EPFL Lausanne, und forschte anschließend als Marie-Skłodowska-Curie-Stipendiatin am IPCMS Strasbourg. 2023 kehrte sie nach Stuttgart zurück und leitet seitdem die Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe „Atomic Scale Optics“.
Mit der Verleihung des Gaede-Preises würdigt die DPG ihre herausragenden Beiträge und ihren visionären Ansatz, Licht-Materie-Prozesse bis auf die Ebene einzelner Moleküle sichtbar und kontrollierbar zu machen.
Das gesamte Max-Planck-Institut für Festkörperforschung gratuliert Dr. Anna Rosławska sehr herzlich zu dieser bedeutenden Auszeichnung und ist außerordentlich stolz, eine so herausragende Wissenschaftlerin in seinen Reihen zu haben.












