Internationaler Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft 2026
Am 11. Februar wird weltweit der Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft begangen. Der von den Vereinten Nationen initiierte Aktionstag macht auf bestehende Ungleichheiten in den MINT-Fächern aufmerksam – und erinnert zugleich daran, dass wissenschaftlicher Fortschritt Vielfalt braucht. Auch am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung (MPI-FKF) nehmen wir diesen Tag zum Anlass, zu reflektieren, wie Wissenschaft inklusiver gestaltet werden kann.
Das diesjährige UN-Motto lautet: „Synergizing AI, Social Science, STEM and Finance: Building Inclusive Futures for Women and Girls.“ Dahinter steht ein Vier-Säulen-Ansatz: Künstliche Intelligenz, Sozialwissenschaften, MINT-Disziplinen und gezielte Finanzierungsinstrumente sollen gemeinsam nachhaltige und inklusive Entwicklung ermöglichen. KI eröffnet enorme Potenziale – etwa in der Datenanalyse, Gesundheitsdiagnostik oder Klimamodellierung. Ohne bewusste Steuerung besteht jedoch die Gefahr, dass diese Fortschritte Frauen und Mädchen nicht gleichermaßen erreichen.
Sozialwissenschaftliche Perspektiven tragen dazu bei, gerechte Rahmenbedingungen und wirksame Beteiligungsstrategien zu entwickeln. Die MINT-Fächer liefern das technische Fundament, während Finanzierungsinstrumente – etwa genderorientierte Fördermodelle oder Impact Investing – Innovationen nachhaltig unterstützen können. Ziel ist es, strukturelle Barrieren abzubauen, digitale Kompetenzlücken zu schließen und technologische Entwicklungen geschlechtergerecht zu gestalten.
Internationale Daten zeigen, dass weiterhin Handlungsbedarf besteht: Weltweit sind nur 31,1 % der Forschenden Frauen, im Bereich der Künstlichen Intelligenz liegt ihr Anteil bei rund 22 %, und in der Quantenbranche entfallen weniger als 2 % der Bewerbungen auf Frauen. Obwohl junge Frauen zunehmend höhere Bildungsabschlüsse erwerben, bleiben sie in vielen MINT-Fächern unterrepräsentiert.(Quelle: United Nations)
Auch am MPI-FKF ist Diversität und Chancengleichheit ein zentrales Anliegen. In den vergangenen Jahren wurden Strukturen gestärkt und Maßnahmen entwickelt, um Wissenschaftlerinnen gezielt zu unterstützen und Nachwuchs zu fördern. Zugleich ist klar: Fortschritt erfordert kontinuierliche Aufmerksamkeit. Gerade jungen Mädchen und Studentinnen möchten wir vermitteln, dass eine Karriere in der Physik, Chemie oder Materialforschung nicht nur möglich, sondern ausdrücklich erwünscht ist.
Die institutseigene Athena Gruppe greift dieses Thema am 11. Februar mit einer offenen Veranstaltung im Foyer des Instituts auf. Unter dem Titel „Can I say that?“ wird diskutiert, wie mit vermeintlich harmlosen, aber möglicherweise problematischen Kommentaren im wissenschaftlichen Alltag umgegangen werden kann – insbesondere in Situationen, in denen Frauen in der Minderheit sind. Ziel ist ein konstruktiver Dialog, der Sensibilität fördert und das Miteinander stärkt. Die Veranstaltung richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Mitarbeitende aller Geschlechter.
Der Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft macht deutlich: Wissenschaftliche Exzellenz und gesellschaftliche Verantwortung gehören zusammen. Eine inklusive Wissenschaft entsteht nicht von selbst – sie ist das Ergebnis gemeinsamer Anstrengung und langfristigen Engagements.














