Townhall-Meeting mit dem Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Dr. Patrick Cramer
11. Mai 2026 – Das MPI für Festkörperforschung und Intelligente Systeme veranstaltete ein Townhall-Meeting mit einer offenen Fragerunde mit Prof. Dr. Patrick Cramer, dem Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft.
Präsident Cramer skizzierte die wichtigsten strategischen Schwerpunkte der Max-Planck-Gesellschaft für die kommenden Jahre.
Was sollte die Forschung innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft leiten – das Streben nach technologischem Fortschritt oder finanzieller Gewinn?
Laut Cramer keines von beiden: Der zentrale Auftrag der Forschung innerhalb der MPG sollte nicht einfach technologische Vorherrschaft oder finanzieller Gewinn sein, sondern Exzellenz an sich. Europa – und damit auch die MPG – kann eine zentrale Rolle im globalen wissenschaftlichen Dialog spielen, an dem auch große Weltmächte wie die Vereinigten Staaten und China am selben Tisch sitzen.
Präsident Cramer betonte die Bedeutung des Multilateralismus in der Wissenschaft.
Auch wenn sich politische Landschaften verschieben mögen, muss die Wissenschaft offen und zugänglich bleiben und Brücken zwischen Ländern bauen, anstatt Mauern zu errichten.
Die Bemühungen der MPG sind genau auf dieses Ziel ausgerichtet: Investitionen in Partnerschaften, die auf wissenschaftlicher Exzellenz mit globaler Reichweite basieren – einschließlich Kooperationen in China, Taiwan und Südkorea –, bei gleichzeitiger Stärkung der bestehenden Netzwerke durch den Start des neuen internationalen Alumni-Programms.
Natürlich trägt eine große Organisation wie die MPG auch wichtige gesellschaftliche Verantwortung und muss sich dieser direkt stellen. Zwei wichtige Prioritäten sind die Gleichstellung der Geschlechter und die Klimanachhaltigkeit.
Die Max-Planck-Gesellschaft hat in ersterer Hinsicht kürzlich bedeutende Fortschritte erzielt: 58 % der neu ernannten Direktoren sind Frauen.
Nachhaltigkeit und Klimaschutz bleiben auch weiterhin zentrale infrastrukturelle Prioritäten für die Gesellschaft. Mehrere Institute sind bereits mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, während umfassendere Anstrengungen im Gange sind, um auf 100 % Ökostrom umzustellen. Auch neue Rechenzentren werden so konzipiert, dass sie den Energieverbrauch senken und die Effizienz steigern.
Künstliche Intelligenz wird zudem eine immer wichtigere Rolle in der Grundlagenforschung spielen und als leistungsstarkes Werkzeug dienen, um Wissenschaftler bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Dies wird auch für das Accelerated Materials Discovery Laboratory (AMDL) gelten, das in Stuttgart errichtet werden soll.
Darüber hinaus erörterte Cramer, wie sich die Qualität der wissenschaftlichen Forschung naturgemäß in ihren technologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen widerspiegelt. Die Max-Planck-Gesellschaft zählt zu den führenden deutschen Forschungsorganisationen, wenn es um Spin-offs geht – nicht nur hinsichtlich der Anzahl, sondern auch hinsichtlich des Gesamtwerts.
Schließlich bot das Treffen den Mitarbeitern des MPI FKF und des IS auch die Gelegenheit, Fragen direkt an den Leiter der Organisation zu richten. Patrick Cramer beantwortete Fragen aus dem Publikum – eine hervorragende Möglichkeit, direkt mit dem Vorstand der MPG in Kontakt zu treten, und ein klares Bekenntnis zu einem offenen Dialog, der darauf abzielt, das Arbeitsleben innerhalb der Institute zu verbessern.













