Stuttgarter Wissenschaftsfestival 2026 – „Quantum at Karls“
Am 27. Juni nahm das MPI FKF mit seiner Veranstaltung „Quantum at Karls“ am Stuttgarter Wissenschaftsfestival teil, die im Karls-Gymnasium stattfand. Den ganzen Nachmittag über konnten die Besucher ein vielfältiges Programm genießen, das von Wissenschafts-Slams über Mitmach-Workshops bis hin zu Vorführungen von schwebenden Zügen mit Supraleitung reichte.
Quantum at Karls
Vom 25. Juni bis zum 4. Juli sind die Straßen Stuttgarts voller Wissenschaft.
Der Anlass? Natürlich das Stuttgarter Wissenschaftsfestival. Von Wissenschafts-Pubquizzen bis hin zu Kunstausstellungen zum Thema Nachhaltigkeit – das Festival bringt die Wissenschaft in jeden Winkel der baden-württembergischen Landeshauptstadt.
Natürlich konnte sich das MPI FKF die Gelegenheit nicht entgehen lassen, Teil des Programms zu sein.
Am 27. Juni organisierte das Institut „Quantum at Karls“ eine Öffentlichkeitsveranstaltung, die dank der Zusammenarbeit und Gastfreundschaft des Karls-Gymnasiums in Stuttgart-Süd ermöglicht wurde.
An diesem sehr heißen Sommertag fanden Menschen, die die Tübinger Straße entlangschlenderten und verzweifelt nach Abkühlung suchten, diese hinter den dicken, isolierenden Mauern des Gymnasiums, das ausnahmsweise an einem Samstag geöffnet war.
Zu ihrer Überraschung entdeckten sie dort nicht nur einen kühlen Zufluchtsort, sondern auch ein Gebäude, in dem es vor wissenschaftlichen Aktivitäten und Workshops nur so wimmelte.
Besucher, die den Innenhof betraten, wurden von einer Vorführung eines schwebenden Supraleiterzuges begrüßt. Damit ein Material wie YBCO supraleitend wird, muss es auf Temperaturen von etwa 100 Grad unterhalb des Gefrierpunkts von Wasser abgekühlt werden – eine Leistung, die sich mit flüssigem Stickstoff leicht erreichen lässt.
In den vergangenen Jahrzehnten haben Wissenschaftler am MPI jedoch entdeckt, dass das Abkühlen von Materialien in den supraleitenden Zustand nicht der einzige Zweck ist, dem flüssiger Stickstoff dienen kann.
Tatsächlich ist das Eingießen von Wasser in einen Behälter, das Hinzufügen von flüssigem Stickstoff und das Umrühren der Mischung zum bewährten Rezept des Instituts für die Zubereitung köstlicher Slushies geworden.
Nachdem sie sowohl ein Slushy als auch das Spektakel des schwebenden Zuges genossen hatten, konnten die Besucher zudem eine interaktive Aktivität mit 3D-gedruckten sechseckigen Gittern erkunden. Indem sie zwei Gitter relativ zueinander verdrehten, konnten sie die faszinierenden Moiré-Muster entdecken, die zu exotischen Quantenphasen der Materie führen. Abgesehen von ihrer wissenschaftlichen Bedeutung sind Moiré-Muster ästhetisch ebenso reizvoll wie eine Arabeske.
Die Besucher wurden im Inneren des Gebäudes von einem von den Schülern des Karls-Gymnasiums organisierten Imbissstand mit frischem Obst, Kuchen und kalten Getränken empfangen. Außerdem gab es einen Topologie-Workshop. Dort konnten sie Topologie-Rätsel lösen, aus nichts weiter als Papier und Schere ihr eigenes Möbiusband basteln oder sogar Wismutkristalle gewinnen, aus denen sie topologischen Schmuck herstellen konnten, mit dem sie die Gäste bei der nächsten Gala beeindrucken konnten.
Im ersten Stock hatten Besucher die Möglichkeit, an der Aktion „Meet a Scientist“ teilzunehmen. Wie der Name schon sagt, hatten sie dort die Gelegenheit, sich im Einzelgespräch fünfzehn Minuten lang mit einem Forscher über jedes wissenschaftliche Thema auszutauschen, das ihre Neugier weckte. Die Themen reichten von Quantenphysik und Schwarzen Löchern bis hin zu einfachen Gesprächen darüber, wie das Leben als Wissenschaftler wirklich aussieht. Unsere Forscher freuten sich sehr, ihre Erfahrungen zu teilen.
Auf derselben Etage konnten Besucher außerdem mehr über Quantenphänomene erfahren – von der Welle-Teilchen-Dualität bis hin zur Quantenverschränkung – und dabei ihr eigenes Miniatur-Wissenschaftsmagazin gestalten. Wir nannten diese Aktivität „ScienceZinis“ und verbanden damit Kreativität mit einer Einführung in einige der faszinierendsten Konzepte der Quantenphysik.
Während sie sich mit einem Wissenschaftler unterhielten oder ein ScienceZini zusammenbauten, nickten die Besucher vielleicht unbewusst im Takt eines mitreißenden Beats mit, nur um dann festzustellen, dass die Musik aus dem zweiten Stock kam. Als sie die Treppe hinaufstiegen, wurde der Rhythmus lauter und mitreißender.
Der zweite Stock des Karls-Gymnasiums war zur Bühne für „Lab Beats“ umgestaltet worden.
In den vergangenen Monaten streiften zwei Forscher – brillante Wissenschaftler mit einem Gespür für Musik – durch die Labore des MPI und nahmen die Klänge der Wissenschaft auf. Diese Aufnahmen verwandelten sie anschließend in einen originellen Techno-Track, der speziell für diese Veranstaltung komponiert wurde.
Bei der Wissenschaftsparty mit Slushies aus flüssigem Stickstoff und zahlreichen Mitmachaktionen kam garantiert keine Langeweile auf. Doch selbst diejenigen, die einen freien Moment hatten, wurden schnell von einem weiteren Höhepunkt des Nachmittags aufgerüttelt: den Science Slams.
Schülerinnen und Schüler des Karls-Gymnasiums hatten gemeinsam mit Forscherinnen und Forschern des MPI spannende Kurzvorträge zu wissenschaftlichen Themen vorbereitet. Im Laufe des vergangenen Monats trafen sie sich regelmäßig mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, um mehr über deren Forschung zu erfahren und prägnante, unterhaltsame Vorträge für die breite Öffentlichkeit zu entwickeln. Das Ergebnis waren spannende Präsentationen über die am MPI betriebene Forschung.
Wir möchten uns bei allen bedanken, die an der Organisation der Veranstaltung beteiligt waren, insbesondere bei den zahlreichen Forschern des MPI FKF, die ihre Zeit investiert haben, um die Wissenschaft ins Zentrum der Stadt zu bringen.
Es war wunderbar, die Begeisterung und echte Neugier unserer Besucher mitzuerleben. Veranstaltungen wie diese verdeutlichen, wie essenziell die Wissenschaftsvermittlung für die Stärkung der Verbindung zwischen Forschern und Gesellschaft ist. Der Aufbau dieser Brücke zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit ist unerlässlich, um nicht nur künftige Generationen zu inspirieren, sondern auch einen fundierten und lebendigen demokratischen Diskurs zu fördern.






















