Wissenschaftler des MPI-FKF beim 75. Lindauer Nobelpreisträgertreffen 2026

Zwei Forschende aus der Abteilung für Nanochemie am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung wurden aus insgesamt 636 Nachwuchswissenschaftlern weltweit ausgewählt, um an einem einwöchigen wissenschaftlichen Austausch mit einigen der weltweit führenden Wissenschaftler teilzunehmen.

Stuttgart/Lindau – Dr. Bibhuti Bhusan Rath, Postdoktorand, und Kristina Gjorgjevikj, Doktorandin in der Abteilung für Nanochemie am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung (MPI-FKF) in Stuttgart, wurden für die Teilnahme am diesjährigen 75. Lindauer Nobelpreisträgertreffen ausgewählt. Das interdisziplinäre Treffen fand vom 28. Juni bis zum 3. Juli 2026 in Lindau statt und brachte rund 75 Nobelpreisträger sowie 636 herausragende Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt zu einem lebhaften wissenschaftlichen Austausch zusammen.

Seit 75 Jahren fördern die Lindauer Nobelpreisträgertagungen den wissenschaftlichen Austausch über Generationen, Disziplinen und Kulturen hinweg. Die 75. Lindauer Tagung knüpfte an diese großartige Tradition an, denn es handelte sich um ein interdisziplinäres Treffen aus den Bereichen Physik, Chemie und Physiologie/Medizin, das sich mit dem Thema „Wissenschaft über Grenzen hinweg“ befasste. Ziel des Treffens ist es, einen Raum zu schaffen, in dem sich Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Fachgebieten und Regionen treffen können, um die komplexen, miteinander verflochtenen Herausforderungen unserer Zeit zu diskutieren und anzugehen.

Die Podiumsdiskussionen deckten ein breites Spektrum an Themen ab, von der Auseinandersetzung mit Fragen der globalen Gesundheit bis hin zur Erörterung der ethischen Komplexitäten und enormen Chancen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz, wobei auch wichtige Themen wie die Rolle der wissenschaftlichen Integrität und natürlich Quantentechnologien angesprochen wurden.

Angesichts der weltweiten politischen Spannungen forderten die Teilnehmer des Treffens eine Erweiterung der Mainauer Kundgebung, eines Appells gegen den Einsatz von Atomwaffen, der 1955 von den deutschen Atomwissenschaftlern Otto Hahn und Max Born initiiert und verfasst wurde.

Die Max-Planck-Gesellschaft veranstaltete zudem ein besonderes Abendessen, bei dem Teilnehmer aus verschiedenen Max-Planck-Instituten zusammenkamen, wodurch die Bandbreite ihrer Forschung verdeutlicht und wertvolle Gelegenheiten zum Networking geschaffen wurden.

Über Bibhuti Bhusan Rath

 Bibhuti erforscht nachhaltige organische Materialien für die effiziente Umwandlung und Speicherung von Solarenergie, wobei der Schwerpunkt auf der Entwicklung organischer Solarbatterien liegt. Durch die Aufklärung der grundlegenden Mechanismen des Ladungstransports und der Ladungsspeicherung liefert seine Arbeit wichtige Erkenntnisse für das Design und die Herstellung von Bauelementen und treibt so die Entwicklung von Lösungen für erneuerbare Energien der nächsten Generation voran. 

Als Chemiker arbeite ich an der Schnittstelle zwischen Chemie, Materialwissenschaften und Physik, um Herausforderungen in den Bereichen Energie und Umwelt anzugehen. Das Lindauer Treffen bot eine einzigartige Gelegenheit, mit den brillantesten Köpfen der Wissenschaft in Kontakt zu treten, den interdisziplinären Austausch zu fördern und die Grundlagenforschung im Hinblick auf globale Lösungen voranzutreiben. Es war ermutigend, Ideen mit anderen Nachwuchswissenschaftlern auszutauschen und von Nobelpreisträgern zu lernen. Ich fühle mich zutiefst geehrt, von der Max-Planck-Gesellschaft nominiert worden zu sein, und bin dankbar für die Unterstützung meiner Betreuer“, sagt Bibhuti.


Bevor er zum MPI-FKF kam, promovierte Bibhuti an der National University of Singapore und schloss sein Masterstudium in Chemie am Indian Institute of Technology Madras ab. Er erhielt mehrere Auszeichnungen und Ehrungen, darunter einen Mitacs Globalink Research Award, die Nominierung für den Global Young Scientist Summit, ein Alexander-von-Humboldt-Forschungsstipendium und den Rising Star Award der Asian Crystallographic Association.

Über Kristina Gjorgjevikj

Kristina beschäftigt sich vor allem mit der Synthese und Charakterisierung von metallorganischen Gerüsten (MOFs) sowie mit der Untersuchung ihres robusten dynamischen Verhaltens. Mithilfe der Raman-Spektroskopie erforscht sie zudem molekulare Mechanismen in verschiedenen Klassen von Festkörpermaterialien.

Die Teilnahme am Lindauer Treffen war eine einmalige Erfahrung, bei der ich direkt mit zwei Nobelpreisträgern in Kontakt treten konnte, deren Arbeit für meine Doktorarbeit von zentraler Bedeutung ist (Prof. Omar Yaghi und Prof. Ben Feringa). Neben den hervorragenden Podiumsdiskussionen und Gruppenaktivitäten waren die von den Preisträgern geschilderten persönlichen Werdegänge inspirierend, da sie alle die Bedeutung der neugiergetriebenen Grundlagenforschung betonten. Ich bin der Carl-Zeiss-Stiftung für die Nominierung und meinen Betreuern für ihre Unterstützung dankbar“, sagt Kristina.



Bevor sie zum MPI-FKF kam, schloss Kristina ihr Masterstudium an der Fakultät für Naturwissenschaften und Mathematik der Ss.-Cyril-und-Methodius-Universität in Skopje ab und erhielt sowohl im Bachelor- als auch im Masterstudium Goldmedaillen für den höchsten Notendurchschnitt der Universität.

 

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