Elisabeth Bauser Postdoctoral Fellowship
Das Max-Planck-Institut für Festkörperforschung ruft zur Bewerbung um das Elisabeth-Bauser-Postdoktorandenstipendium für Nachwuchswissenschaftlerinnen auf. Das Institut vereint ein außergewöhnlich breites und interdisziplinäres Spektrum an Fachwissen und betreibt Grundlagenforschung im Bereich der kondensierten Materie zu Quantenmaterialien, elektronischer Struktur und Quanten-Vielteilchentheorie, Nanowissenschaften, Festkörper-Spektroskopie, Festkörper-Ionik und Batterien, Quantenelektronik, organischer Elektronik und Funktionsmaterialien.
Wir laden Postdoktorandinnen in einer frühen Karrierestufe (bis zu zwei Jahre nach Erlangung des Doktorgrades) ein, sich für das Elisabeth-Bauser-Postdoktorandenstipendium zu bewerben. Das Stipendium garantiert die vollständige Finanzierung eines Postdoktorandenvertrags für bis zu zwei Jahre und wird jährlich vergeben.
Bewerbungen können per E-Mail an cmsfp@... gesendet werden und müssen folgende Unterlagen enthalten:
- Ihr Lebenslauf
- Vollständige Liste Ihrer Veröffentlichungen
- Doktoratsurkunde
- Motivationsschreiben, in dem Sie Ihre Forschungsinteressen und Erfahrungen darlegen (max. 2 Seiten)
- Ihre Ideen für Forschungsarbeiten, die am MPI-FKF durchgeführt werden sollen, und die vorgesehene Abteilung oder Forschungsgruppe, die Sie aufnehmen soll
Frist
- 30. September eines jeden Jahres
(* April 19, 1934 † September 29, 1996)
Dr. Elisabeth Bauser (* 19.04.1934 † 29.09.1996) war eine preisgekrönte Wissenschaftlerin und die erste festangestellte Forscherin am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung (MPI-FKF). Sie war außerordentlich erfolgreich in der Züchtung von Halbleiterkristallen, die in Solarzellen und zur Herstellung dreidimensionaler Transistorstrukturen verwendet werden.
- Dr. Elisabeth Bauser wurde am 19. April 1934 in Stuttgart geboren, besuchte das Goethe-Gymnasium in Ludwigsburg und schloss dort 1954 ihr Abitur ab.
- Von 1954 bis 1962 studierte sie Physik an der Technischen Universität Stuttgart und schloss ihr Studium 1962 mit dem Diplom ab.
- Von 1962 bis 1966 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theoretische und Angewandte Physik der Technischen Universität Stuttgart. Während dieser Zeit forschte sie über Rauschen an Silizium-Einkristallen und promovierte 1968 bei Karl Seiler am Lehrstuhl von Hermann Haken mit dem Thema „Stromrauschen an Silizium-Einkristallen bei tiefen Temperaturen”.
- Von 1966 bis 1971 arbeitete sie am Forschungsinstitut des Fernmeldetechnischen Zentralamts der Deutschen Bundespost in Darmstadt (FTZ), wo sie die Kunst und das Handwerk der Kristallzüchtung – insbesondere mit Galliumarsenidschichten – erlernte und ihr Spezialgebiet, die Flüssigphasenepitaxie von Halbleitern, entwickelte.
- Das Max-Planck-Institut für Festkörperforschung holte sie 1971 nach Stuttgart, um den Auftrag des Wissenschaftsrats zur Grundlagenforschung und Anwendung im Bereich Kristallzüchtung zu erfüllen. Elisabeth Bauser war außerordentlich erfolgreich in der Züchtung von Halbleiterkristallen. Sie verwendete die Flüssigphasenepitaxie. „Sie lagerte Kristallschichten aus einer langsam abkühlenden Lösung ab, sodass die Kristalle nahe am thermodynamischen Gleichgewicht wachsen, d. h. bei geringer Übersättigung und relativ niedrigen Temperaturen. Die von Bauser und ihrer Arbeitsgruppe hergestellten Materialien eigneten sich nicht nur für Solarzellen, sondern auch für die Herstellung dreidimensionaler Transistorstrukturen.“ (Wikipedia)
- „Sie war international als Züchterin extrem reiner Halbleiterkristalle hoch angesehen und wurde als Lieferantin umworben. Ihre Galliumarsenid- und Siliziumschichten lieferten die schärfsten Spektren und die höchsten Mobilitäten“ (Nachruf von H.-J. Queisser).
- Bis zu ihrem Tod am 29. September 1996 arbeitete sie am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart, wo sie die Epitaxie-Gruppe leitete.
- 1986 erhielt sie den Preis der „Deutschen Gesellschaft für Kristallwachstum und Kristallzüchtung“ 1986 erhielt sie den Preis der Deutschen Gesellschaft für Kristallwachstum und Kristallzüchtung (DGKK), der 1986 zum ersten Mal verliehen wurde, für ihre Arbeit auf dem Gebiet des Kristallwachstums und ihre Beiträge zur Aufklärung der Wachstumsmechanismen von Halbleiterschichten in der Flüssigphasenepitaxie, dotiert mit 3.000 DM.
- 1986 wurde ihr gemeinsam mit Manijeh Razeghi vom Laboratoire Central de Recherches Thomson-CSF-France Paris und Bruce A. Joyce von den Philips Research Laboratories Redhill, Surrey, der IBM Europe Prize for Science and Technology verliehen, der bedeutende Beiträge zur Weiterentwicklung der Materialwissenschaften würdigt und mit 100.000 ECU dotiert ist.
Im Jahr 2000 wurde der Elisabeth-Bauser-Weg in der Nähe des Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung in Stuttgart-Büsnau nach ihr benannt.

