21. Februar 2024

Spitzenforschung zum Anfassen

Max-Planck-Institut für Festkörperforschung – Vorführungen

Programm wird ständig aktualisiert

 

Mit Hightech zu feinen Formen

Mit Hightech zu feinen Formen

Foto: © MPI-FKF
  • Fünfachsig um die Welt. Die Erde in Bewegung.
  • Den Drei- und Fünfachsern das Schreiben und malen lernen.
  • Mit schnellen Rotationen aufstehen. Der Stehauf- / Wendekreisel.
  • Mit dem Dreiachser über Berg und Tal. Das Watzmann-Panorama.
Zentrale Mechanische Werkstatt – 2A18
Infrastruktur fürs Basteln und Betrachten im Kleinen

Infrastruktur fürs Basteln und Betrachten im Kleinen

Foto: Zwei Kristall-„Barren“ mit Metallkontakten, präpariert mittels fokussiertem Ionenstrahl aus einem Mikrokristall. © MPI-FKF
Heutige Mikroprozessoren – Herzstück jedes Computers oder Smartphones – beinhalten Milliarden von elektronischen Bauelementen mit Strukturabmessungen, die mittlerweile im Bereich von Nanometern (millionster Teil eines Millimeters) liegen. Quantenmechanische Phänomene, die in der Welt der Atome vorherrschen, setzen Grenzen für die weitere Verkleinerung.
Funktionelle Nanostrukturen, die auf quantenmechanischen Phänomenen beruhen und damit andersartige Eigenschaften aufweisen, sind ein Forschungsgebiet hier am Institut. Ausgangsmaterialien sind meist Kristallschichtstrukturen, die Atomlage für Atomlage unter extremem Vakuum hergestellt werden. Deren Strukturierung erfolgt dann im Nanostrukturlabor in Reinräumen sowohl mit optischer Lithographie als auch mittels fokussiertem Elektronen- oder Ionenstrahl. Diese Nanostrukturen, aber auch komplex zusammengesetzte Materialsysteme, wie sie hier in anderen Abteilungen als Basis für Batterien untersucht werden, lassen sich mit Nanometerauflösung charakterisieren.

Wir wollen Einblicke (u. a. „live“ ) in diese technischen Möglichkeiten geben.
Wissenschaftliche Einrichtung „Nanostrukturlabor“ – 2B-Flur
Reise zum Mittelpunkt der Erde

Reise zum Mittelpunkt der Erde

Auf der Suche nach Materialien, die die Welt verändern werden
Foto: Voggenreiter 1000t Hochdruckpresse mit 3kW Heizsystem. © MPI-FKF
Als Jules Verne 1864 seine fiktive Reise begann, wusste er noch nicht, welche modernen Wunder die Wissenschaft des 21. Jahrhunderts auf ihrer eigenen neuen Art Reise in die „Tiefe der Erde“ zu erreichen versucht.

Auf Meeresspiegelhöhe beträgt der Luftdruck 1 bar. Taucht man unter, steigt der Druck des umgebenden Wassers pro 10 m Wassertiefe um 1 bar. Erreicht man nach ca. 6371 km den Mittelpunkt unseres Planeten ist der Umgebungsdruck auf unvorstellbare 3.600.000 bar angestiegen. Bei Drücken dieser Größenordnung hat Materie kaum noch etwas mit ihrer Ursprungsgestalt bei Normaldruck gemein. So wird Wasserstoff schon bei einem „moderaten“ Druck von 2.500.000 bar metallisch. Erstaunlich!
Im Labor für Hochdruck- Synthese werden große mechanisch-hydraulische Pressen als Werkzeug verwendet, um Materie einem erhöhten Druck (und einer erhöhten Temperatur) auszusetzen. Das Ziel ist, der Natur nacheifernd, bei erhöhtem Druck die Gestalt und die Eigenschaften der Stoffe in etwas „neues, anderes“ zu überführen. Prominente Vertreter dieser „neuen anderen“ Stoffe sind zum Beispiel Supraleiter oder auch ganz einfach Diamanten.
Um die Eigenschaften der so neu erzeugten Materialen detailliert zu untersuchen, werden auch kleine, teilweise nur münzgroße Diamantzellen eingesetzt. Diese Zellen erlauben es, bei tiefen Temperaturen und starken Magnetfeldern „die Quanten“ als Ursprung der neuartigen Eigenschaften zu beobachten und schon heute die übernächste Generation an Materialien zu identifizieren.
Abteilung „Quantenmaterialien“ – 2H7
Keep Cool – Stickstoff, Helium & Co.

Keep Cool – Stickstoff, Helium & Co.

Foto: Heliumverflüssiger im Tieftemperaturservice. © Friedemann Bayer
Der Tieftemperaturservice berät und unterstützt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beiden Institute in allen kryotechnischen Fragen und Angelegenheiten und versorgt sie mit tiefkalten-verflüssigten und technischen Gasen.

Die Mitarbeitenden des Tieftemperaturservice demonstrieren Ihnen die Änderungen der physikalischen Eigen­schaften von Werkstoffen unter Kälteeinfluss (Wärmeleitfähigkeit, Ausdehnung, Elastizität, etc.).
Tieftemperaturservice – 2H9
Vom Einfachen zum Komplexen

Vom Einfachen zum Komplexen

von Makro- zu Nanostrukturen
Foto: Laserverdampfungswolken. © MPI-FKF
Aus unserem Alltag sind funktionelle Materialien wie beispielsweise Halbleiter nicht mehr wegzudenken. Sie sind unter anderem in Microchips oder modernen Bildschirmen zu finden. Durch ihre Herstellung als dünner Film im Nanometerbereich (Dicke kleiner 1 Mikrometer), wird ihre Funktion erst ermöglicht. Spiegel (Glas mit glatter Metallbeschichtung) seien hier als eine der ersten Anwendungen der Dünnfilmtechnologie  erwähnt. Besonders durch ihre Einsetzbarkeit in elektronischen Bauteilen (z. B. Widerstände) spielen in der heutigen Forschung und Entwicklung dünne Filme eine wichtige Rolle. Erst durch sie konnte die Miniaturisierung elektronischer Bauteile und Schaltungen erreicht werden. Für die physikalischen Eigenschaften und die Qualität der Filme ist die Wahl der richtigen Herstellungstechnik sehr wichtig.
In unserer Gruppe haben wir die einzigartige Möglichkeit, Forschung in der Herstellung dünner Filme von unterschiedlicher Komplexität zu betreiben; vom einfachen Aufdampfen bzw. - sputtern, bis zu komplexeren Techniken wie Laserstrahlverdampfen (PLD) und Oxid-Molekularstrahlepitaxie (MBE). Die Molekularstrahlepitaxie erlaubt es, Nanostrukturen mit einer Komplexität herzustellen, die so mit keinem anderen Verfahren möglich ist.
Wissenschaftliche Einrichtung „Dünnschichttechnologie“ – Ebene 3, Treppenhaus 1, Kaffeeecke
Sehr klein und sehr fein

Sehr klein und sehr fein

Elektronen und Ionen an Oberflächen
Foto: Anlage zur Analyse von Oberflächen. © MPI-FKF
  • Viele Eigenschaften von Materialien sind durch die atomare Struktur in einem Festkörper und an seiner Oberfläche bestimmt. Die Position und Sorte der Atome beeinflussen dann die Bewegungen der Elektronen in Festkörper und Oberfläche. Wir zeigen Ihnen wie wir die Chemie und Bindung an der Oberfläche mit unserem Photoelektronenspektrometer auf einer Skala im Mikrometerbereich untersuchen und analysieren ein schachbrettartiges Gitter von Goldinseln auf Silizium. Wir können die Energien und Geschwindigkeiten der Elektronen im Festkörper spektroskopisch bestimmen und demonstrieren Messungen an Elektronen in Kohlenstofflagen von nur einem Atom Dicke, dem sogenannten Graphen.
  • Die atomare Struktur einer Kristalloberfläche kann mit der Beugung langsamer Elektronen bestimmt werden. Die Beugungsreflexe verändern ihre Helligkeit mit der Wellenlänge der Elektronen. Wir zeigen Ihnen wie man die Intensitäten der Beugungsreflexe zu Spektren vermessen kann. Durch Vergleich mit Simulationen können solche Intensitätsspektren verwendet werden, um die Position der Atome in der Oberfläche zu bestimmen.
  • In unserem Katapult zeigen wir Ihnen, dass leichte Ionen schneller fliegen können als schwerere. Wie funktioniert das? In unserem Labor demonstrieren wir, wie eine dreidimensionale Materialanalyse mittels Flugzeitmessung von Sekundärionen erfolgt.
Wissenschaftliche Einrichtung „Grenzflächenanalytik“ – 3D8
Gläsernes für die Grundlagenforschung

Gläsernes für die Grundlagenforschung

Foto: Glasbearbeitung. © MPI-IS
Für viele Experimente sind maßgefertigte Apparaturen und Komponenten aus Spezialglas nicht wegzudenken. Grund dafür ist die hohe Rein­heit, die Trans­parenz, die sehr gute chemische Beständigkeit sowie die hohe An­wen­dungs­tem­peratur von über 1200°C. Diese Apparaturen werden in der Glastechnik nach Vorgabe der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konstruiert und hergestellt.

Schauen Sie den Glasapparatebauern bei ihrer täglichen Arbeit über die Schulter und blasen Sie ihre eigene Glaskugel auf.
Nichtwissenschaftliche Servicegruppe „Glastechnik“ – 3M20
Die Quantenwelt unter extremen Bedingungen

Die Quantenwelt unter extremen Bedingungen

Foto: Ganz besondere Kühlschränke. © MPI-FKF
Die „Quanten“ – seit Jahrzehnten fasziniert uns dieser Begriff, denn es umgibt ihn etwas Besonderes, aber eben auch etwas Unbekanntes und Unergründliches, das über unsere Alltagssicht hinaus geht. Doch in den letzten Jahren wurden die „Quanten“ greifbarer und zunehmend in Nachrichtensendungen präsenter, sei es als Quantencomputer in der Informationstechnologie oder als Supraleiter in der Medizin.
Doch wie untersucht man diese „Quantenwelt“, welche Arten von Materie lassen sich mit ihr erzeugen und welche Überraschungen hält sie uns noch immer verborgen? Seit mehreren Jahren untersuchen wir im Tieftemperatur-Labor neuartige Materialien, in denen die Quantenmechanik faszinierende Zustände ermöglicht, welche sich unserem klassischem, auf Erfahrung basierendem Verständnis entziehen oder ihm gar widersprechen. Um diese besonderen Eigenschaften zu untersuchen und um sie zu verstehen, setzen wir diese Materialien extremen Bedingungen aus: tiefste Temperaturen von nur 0,015 Grad über dem absoluten Nullpunkt (und damit 100 mal kälter als das Universum), starke Magnetfelder bis 18 Tesla (450.000 mal so stark wie das Erdmagnetfeld) und Drücke bis zu 200.000 bar.

Im Tieftemperatur-Labor können Sie sich einen greifbaren Eindruck von diesen Bedingungen verschaffen und darüber hinaus erfahren, wie sie erzeugt werden und welche Geheimnisse die Quantenmechanik uns noch immer vorenthält.
Abteilung „Quantenmaterialien“ – 3H5
Wozu „Nichts“ gut ist

Wozu „Nichts“ gut ist

Vakuum zum Anfassen
Foto: Beispiel einer Vakuumkammer. © MPI-FKF
Um bei Experimenten keine Verschmutzung durch ungewollte Stoffe zu erhalten ist es wichtig, eine extrem saubere Umgebung zu erzeugen. Dafür ist Vakuum die beste Wahl:  bei einem Billionstel (0,000.000.000.001) des Atmosphärendrucks sind fast keine anderen Atome da, die das Werkstück oder die Untersuchungsumgebung verunreinigen könnten. Vakuumtechnik ist deshalb sowohl in der Wissenschaft als auch in der modernen Technik vielerorts eine unverzichtbare Basistechnologie.

Wir zeigen wie solche Ultrahochvakuumkammern aufgebaut sind. Sie dürfen selbst ausprobieren wie Vakuumanlagen zusammenmontiert und ausgepumpt werden – speziell aufgebaute Demonstrationsversuche erlauben Ihnen einen direkten Einblick in den Bereich der Vakuumtechnik. Wir erklären Ihnen wofür wir im Wissenschaftsalltag Vakuum benötigen und zeigen einfache Versuche rund ums Vakuum. Anfassen, schrauben und staunen ausdrücklich erlaubt!
Abteilung „Festkörper-Quantenelektronik“ – Ebene 4, Treppenhaus 1, Kaffeeecke
Elfenbein aus dem Reagenzglas

Elfenbein aus dem Reagenzglas

Foto: Eine Anwendungsmöglichkeit für synthetisches Elfenbein: Klaviertastenbeläge. © MPI-FKF
Elfenbein ist für Pianisten immer noch das Material der Wahl, wenn es um Tastenbeläge geht. Doch der internationale Handel mit dem Elfenbein wurde 1989 verboten. Bislang hatten Klavierbauer keinen Stoff gefunden, der Pianisten das gleiche Tastengefühl gibt wie das natürliche Material. Elfenbein fühlt sich warm an, nimmt Feuchtigkeit gut auf und wird auch in puncto Rutschfestigkeit von Pianisten bevorzugt.
Einem Team am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung ist es gelungen, synthetisches Elfenbein herzustellen, das dem natürlichen Material sehr ähnelt. Bei der Synthese wird Hydroxylapatit mit gelöster Gelatine gemischt und anschließend getrocknet.
Das synthetische Elfenbein erlaubt Pianisten also nicht nur ein Spielgefühl, das ihnen wegen des Artenschutzes ansonsten verwehrt bliebe, sondern hinterlässt, anders als Plastik, auch keinen Müll. Das Elfenbein aus dem Reagenzglas lässt sich auch deshalb vielfältig anwenden.
Abteilung „Festkörper-Quantenelektronik“ – Ebene 4, Treppenhaus 1, Kaffeeecke
Topologie in Quantenmaterialien

Topologie in Quantenmaterialien

Neue Materialen für die Technologien der Zukunft
Foto: Möbiusband vor dem Periodensystem der Elemente. © MPI-FKF
Die Topologie ist ein faszinierendes Teilgebiet der Mathematik, das sich mit den Eigenschaften von Formen befasst, die gleich bleiben wenn man sie dehnt, verdreht oder verbiegt. Ein einfaches Beispiel von nichttrivialer Topologie ist das Möbiusband — eine Schleife mit einer Drehung, die nur eine Seite und einen Rand hat.
Die Konzepte der Topologie lassen sich auf Quantenmaterialien anwenden, um deren elektronisches Verhalten zu verstehen. Materialien mit nichttrivialer Topologie besitzen besondere Eigenschaften, insbesondere quantisierte Ströme und Oberflächenzustände, die durch kontinuierliche Verformungen, z. B. Dehnung, Stauchung oder Verdrehung, nicht verändert werden. Ähnlich wie beim Möbiusband sind in topologischen Materialien die Elektron-Bänder verdreht, was zu ungewönlich robusten Strömen am Rand oder an der Oberfläche des Materials führt. Die Robustheit dieser Ströme erhöht die Stabilität und Zuverlässigkeit von Sensoren und Computerchips, die mit diesen Materialien gebaut werden. Deswegen können topologische Materialien eine wichtige Rolle spielen für energiesparsame und hochpräzise Technologien der Zukunft. Schon heute werden topologische Heterostrukturen aus Galliumarsenid dazu verwendet, um Stromwiderstände präzise zu kalibrieren.
 
Aus Papier fertigen wir gemeinsam mehrfach gedrehte Möbiusbänder und untersuchen ihre topologischen Eigenschaften. Wir stellen verschieden topologische Materialen vor, die am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung erforscht werden.
Abteilung „Quanten-Vielteilchensysteme“ – Ebene 5, Treppenhaus 1, Kaffeeecke
Kristallstrukturen aus Pulvern

Kristallstrukturen aus Pulvern

Foto: Modernes Röntgen-Pulverdiffraktometer mit Gas-Reaktionskammer. © MPI-FKF
Die Eigenschaften von Werkstoffen hängen direkt mit deren atomarer Struktur zusammen. Ziel der Strukturforschung ist es, die Beziehung zwischen Struktur und Eigenschaften aufzuklären, um die Eigenschaften besser verstehen, vorauszusagen und optimieren zu können. Viele Materialien liegen aber nicht in Form einzelner Kristalle vor, sondern als nano- oder mikrokristalline Pulver. Der gewaltige technologische Fortschritt der letzten Jahre hat es möglich gemacht, mittels hochauflösender Röntgen-Pulverbeugung aus diesen Pulvern komplexe Kristallstrukturen zu bestimmen. In mehreren Laborversuchen wird mithilfe von Röntgenbeugung an Pulvern und Computersimulationen die atomare Struktur von kristallinen Festkörpern sichtbar gemacht.
Wissenschaftliche Einrichtung „Röntgenographie“ – 5A14
Energieumwandlung und Wasserstoff als Energiespeicher

Energieumwandlung und Wasserstoff als Energiespeicher

Foto: Eine multifunktionale Solarbatterie. © e-conversion / Vera Hiendl
Wir wissen alle, dass im Sommer die Sonne höher am Himmel steht und länger scheint. Allerdings brauchen wir die meiste Energie im Winter, da wir hier heizen müssen und schon früh das Licht einschalten. Für eine solche saisonale Energiespeicherung eignen sich Batterien nur begrenzt. Eine Alternative stellt hier Wasserstoff dar, der im Sommer mit überschüssigem Strom hergestellt wird und dann im Winter wieder verstromt wird. Da die Materialien, die in aktuellen Wasserstoffherstellungsmaschinen, sogenannten Elektrolyseuren, teuer und nicht optimal sind, forscht unsere Gruppe an alternativen Katalysatoren für die Wasserspaltung. Wir zeigen ein Energieumwandlungs-Displaymodell und erklären wie aus Licht in einer Solarzelle Strom wird und wandeln diesen in einem Elektrolyseur in Wasserstoff und Sauerstoff um. Die so erzeugten Gase werden zwischengespeichern und wir nutzen sie um damit eine Brennstoffzelle zu betreiben, die entsprechend Strom erzeugt. Der so erzeugte Strom treibt einen kleinen Motor an, um die so wiedergewonnene Energie zu visualisieren.

An diesem Modell wollen wir einen Einblick in die Wichtigkeit der Energieumwandlung geben und erklären, dass Prozesse mit möglichst wenigen Umwandlungsschritten üblicherweise effizienter sind.
Abteilung „Nanochemie“ – Ebene 6, Treppenhaus 1, Kaffeeecke
Ein Blick ins Innere der „Cloud“

Ein Blick ins Innere der „Cloud“

Foto: Infrarotaufnahme eines Rechnerservers des Instituts. © MPI-FKF
Wie präzise müssen Strom, Wasser und Licht mit Hardware und Software zusammenarbeiten, um effizient schnelle, sichere und zuverlässige IT-Dienste für die 700 PCs in den Büros und Laboren des MPI für Festkörperforschung bereitzustellen. Aktuell werden die Rechencluster für die Simulationen der Theoriegruppen des Instituts auf mehr als 23.500 Rechenkerne ausgebaut, die ebenfalls effizient mit Strom versorgt und gekühlt werden müssen. Dazu wurde unser ehemaliger Serverraum komplett umgebaut. Der lokale Theorie-Rechencluster greift zusammen mit dem Höchstleistungsrechner der MPG in Garching auf ein gemeinsames verteiltes Dateisystem zu – verbunden mit einer 10 Gbit/s schnellen dedizierten Glasfaser.
500 TB wissenschaftlicher Daten werden jede Nacht geprüft und bei Bedarf gesichert und nach Veröffentlichung archiviert, also 10 Jahre lang auf dem Bandroboter regelmäßig umkopiert um die Lesbarkeit und damit die Überprüfbarkeit zu gewährleisten. Um ganz sicher zu gehen wird eine weitere Kopie des Archivs im Bandroboter unseres Präzisionslabors am anderen Ende des Campus vorgehalten. Die Daten wandern dabei durch unser schnelles Glasfaser-Netzwerk mit bis zu 200 GBit/s.
Angesichts der steigenden Zahl erfolgreicher Cyberangriffe, halten wir 2 Offline-Kopien der wichtigsten wissenschaftlichen Daten vor. Diese werden im Monatsabstand für einen Tag online genommen und aktualisiert.

Das Ziel dieser Besichtigung ist, ihnen den Aufwand zu vermitteln, um einen zuverlässigen Betrieb sicherzustellen, Energieeinsparungen zu erreichen und die notwendige wissenschaftliche Reproduzierbarkeit zu gewährleisten.
Werfen Sie einen Blick in unseren Serverraum.

Wissenschaftliche Einrichtung „Computerservice“ – 6B13
Experimente in ziemlich dünner Luft

Experimente in ziemlich dünner Luft

Foto: Von Stuttgart über den Mount Everest bis ins All sinkt der Atmosphärendruck stetig – welche Konsequenzen hat das? © MPI-FKF
Was passiert mit Alltagsgegenständen, wenn wir die Luft um sie herum entfernen und warum ist ein gutes Vakuum entscheidend für unsere Forschung?
Wir machen Experimente um zu demonstrieren, was alles passiert, wenn man die Luft um alltägliche Gegenstände herum abpumpt. Wir reduzieren den Druck in einem Gefäß kontinuierlich vom Umgebungs­druck bis zur dünnen Luft auf dem Mount Everest ... und darüber hinaus. Unsere Kandidaten sind: ein Luftballon, ein Marshmallow und verschiedenen Flüssigkeiten wie Wasser, Alkohol und Öl. Lassen wir uns überraschen.

In unserem Labor erklären wir, während diese Experimente laufen, wie man Vakuum bei uns auf der Erde erzeugen kann und warum ein extrem gutes Vakuum eine wichtige Voraussetzung für unsere Forschung an Molekülen und anderen Nanometerstrukturen ist.
Abteilung „Nanowissenschaften“ – 6C11
Simulation von Chemie und Quantenmechanik am Computer

Simulation von Chemie und Quantenmechanik am Computer

Foto: Orbitale und Elektronenkorrelation im Häm (Eisen-Porphyrin) Model. © MPI-FKF
Das Verständnis und die Simulation zahlreicher komplexer chemischer Prozesse erfordern hochpräzise quantenmechanische Berechnungen. In unserer Abteilung entwickeln wir moderne Algorithmen und Programme der „Quantenchemie“, die parallel auf mehreren Computern arbeiten und die elektronische Struktur großer Moleküle präzise berechnen können.

Wir führen Simulationen chemischer Eigenschaften und einfacher Reaktionen anhand kleinerer Systeme vor und präsentieren Beispiele, in denen sich die Quantenwelt grundlegend von unserer „klassischen“ Welt unterscheidet.
Abteilung „Theorie der elektronischen Struktur“ – 6C3
Reisen ohne Bodenhaftung

Reisen ohne Bodenhaftung

Hochtemperatur-Supraleitung
Foto: Magnetschwebebahn. © MPI-FKF
Supraleiter faszinieren seit über hundert Jahren Wissenschaftler und Visionäre. Der supraleitende Zustand, den man mittlerweile in vielen Materialien bei sehr tiefen Temperaturen gefunden hat, zeigt zwei charakteristische und für unsere Alltagserfahrung sehr ungewöhnliche Merkmale: Zum einen fällt der elektrische Widerstand abrupt auf null ab und zum anderen bleibt das Innere eines Supraleiters frei von magnetischen Feldern. Letztere Eigenschaft möchten wir Ihnen anhand unseres supraleitenden Zuges an­schaulich demonstrieren. Dazu wird ein sogenannter Hochtemperatursupraleiter mit flüssigem Stickstoff auf -196°C gekühlt und über starken Permanentmagneten zum Schweben gebracht.
Abteilung „Festkörper-Spektroskopie“ & Wissenschaftliche Einrichtung „Kristallzucht“ – Ebene 7, Treppenhaus 1, Kaffeeecke
Molekülschwingungen sichtbar gemacht

Molekülschwingungen sichtbar gemacht

Optische Spektroskopie mit Lasern
Foto: Experimentelle Vorführung: Messungen mit Licht. © MPI-FKF
Bei der Raman-Spektroskopie werden Materialien mit Laserlicht angeregt. Dabei werden Spektren mit unter­schiedlichen Spektrallinien erzeugt, die gegenüber der Wellenlänge der Lichtquelle verschoben sind und Aussagen über verschiedene Molekülschwingungen möglich machen. Im Raman-Labor werden optische Experi­mente an verschiedenen Proben durchgeführt. Dabei kommen rotes, grünes oder blaues Laserlicht zum Einsatz. Bei der Vorführung wird eine Materialumwandlung an einer beispielhaften Probe durch eine geringe Änderung der Temperatur bewirkt und die Abweichungen der dabei messbaren Spektren werden erklärt. Anhand weiterer gemessener Spektren werden typische Raman-Linien einiger Materialien und ihre temperatur­abhängigen Änderungen gezeigt.

Es wird erklärt, wie anhand der Spektren Erkenntnisse bei der Untersuchung von Kristallen, Supraleitern, Nanoröhrchen, Graphen und anderen Materialien, an denen am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung geforscht wird, gewonnen werden.
Abteilung „Festkörper-Spektroskopie“ – 7A3
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