Gedenkkolloquium zu Ehren von Prof. Dr. Hans-Joachim Queisser

14. Januar 2026

Am 9. Januar 2026 erinnerte das Max-Planck-Institut für Festkörperforschung (MPI-FKF) mit einem Gedenkkolloquium an Prof. Dr. Hans-Joachim Queisser. Der Physiker war einer der Gründungsdirektoren des Instituts und prägte dessen Entwicklung über nahezu drei Jahrzehnte hinweg entscheidend. Prof. Queisser verstarb am 27. Juni 2025 im Alter von 93 Jahren. An dem Gedenkkolloquium nahmen neben zahlreichen Weggefährten, Kolleginnen und Kollegen sowie Mitgliedern des Instituts auch Angehörige seiner Familie teil.

Als Gründungsdirektor des MPI-FKF war Hans-Joachim Queisser maßgeblich am Aufbau und an der wissenschaftlichen Ausrichtung des Instituts beteiligt. Von Beginn an setzte er sich für eine Forschungskultur ein, die fachliche Exzellenz mit Offenheit und langfristigem Denken verbindet. Diese Grundhaltung trug dazu bei, das Institut als international sichtbaren Ort der Grundlagenforschung zu etablieren – mit einer besonderen Stärke in der Zusammenarbeit über Disziplingrenzen hinweg.

Das Gedenkkolloquium spiegelte diese Werte wider. Nach einem gemeinsamen Auftakt bei Kaffee im Foyer begann das wissenschaftliche Programm im Hörsaal 2D5. Den Eröffnungsvortrag hielt Prof. Bernhard Keimer, geschäftsführender Direktor des MPI-FKF. In seinem Beitrag hob er insbesondere die interdisziplinäre Stärke des Instituts hervor – ein Merkmal, das eng mit Prof. Queissers Wirken und seiner Überzeugung verbunden ist, dass Fortschritt in der Festkörperforschung häufig an den Schnittstellen unterschiedlicher Fachrichtungen entsteht.

Ein Höhepunkt des Vormittags war der Vortrag von Prof. Klaus von Klitzing, Nobelpreisträger und langjähriger Kollege Prof. Queissers. Mit großer Leichtigkeit und persönlichem Humor gelang es ihm, wissenschaftliche Inhalte mit Erinnerungen an gemeinsame Wegstationen zu verbinden – ein Beitrag, der vom Publikum als ebenso unterhaltsam wie würdigend wahrgenommen wurde.

Weitere Rednerinnen und Redner aus Wissenschaft, Forschungseinrichtungen und Industrie – darunter Prof. Uwe Rau, Dr. Jiri Marek, Prof. Klaus Richter, Prof. Ernst Otto Göbel, Prof. Dieter Bimberg und Prof. Karl Leo – machten deutlich, wie nachhaltig Prof. Queissers Einfluss war. Mehrfach wurde betont, dass er sich zeitlebens nicht nur für wissenschaftliche Ergebnisse interessierte, sondern auch für die Karrieren und Lebenswege seiner Doktorandinnen, Doktoranden und Studierenden. Viele berichteten, wie er junge Forschende mit Rat, persönlichem Interesse und nicht zuletzt durch sein weitreichendes Netzwerk unterstützte.

Ein besonders persönlicher Moment des Nachmittags war die Vorführung des Films „The Dance of the Solids“, der anlässlich seines 75. Geburtstags entstanden war. Der Film vermittelte eindrucksvoll Prof. Queissers Begeisterung für die Festkörperphysik und seine Freude am wissenschaftlichen Austausch.

Das Gedenkkolloquium endete mit Zeit für persönlichen Austausch und einem gemeinsamen Abendessen. Es wurde deutlich, dass Prof. Hans-Joachim Queissers Vermächtnis am MPI-FKF lebendig bleibt – in der interdisziplinären Ausrichtung des Instituts, in der Förderung junger Talente und in einem Selbstverständnis, das Wissenschaft immer auch als menschliche Aufgabe begreift.

Gruppe von Menschen, die sich bei einer Veranstaltung in einem Innenraum unterhalten.
Mehrere Personen in formeller Kleidung und mit Namensschildern diskutierten in einer Konferenzsituation.
Mehrere Personen in Geschäftskleidung unterhalten sich bei einer Veranstaltung in Innenräumen.
In einem Konferenzraum unterhalten sich mehrere Teilnehmer in der Nähe von roten Stühlen. Im Hintergrund sind ein Podium und eine Projektionsleinwand zu sehen.
Publikum sitzt in einem Hörsaal.
Moderator auf einem Podium in einem großen Auditorium, Publikum sitzt aufmerksam.
Mehrere Teilnehmer sitzen in einem Hörsaal und konzentrieren sich auf eine Präsentation.
Der Redner spricht vor dem Publikum im Auditorium.
Publikum in einem Konferenzraum mit roten und braunen Sitzgelegenheiten.
Vortrag in einem großen Hörsaal, in dem die Zuhörer sich auf eine Präsentation konzentrieren.
Gedenkbuch und Stifte auf schwarzer Tischdecke.

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